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Mit dem Song "Vaterland" möchte die Band Silly zum Nachdenken über Rüstungsexporte anregen.

© meinhardt.info

Abdirahman Dahir

Abdirahman Dahir Mohamed stammt aus Somalia, genauer gesagt dem nördlichen Teil Somaliland, der in einem Bürgerkrieg (1988-91) seine Unabhängigkeit erkämpfte.

Abdirahman ist an sich ein Mann des Friedens, der Gewalt verabscheut und darum fordert: „Gewehre bringen nichts Gutes mit sich, sie töten allesamt. Das G3 soll auf der ganzen Welt ausgelöscht werden - so wie alle Waffen.“ Da sein Clan jedoch unterdrückt, vergewaltigt, gefoltert,… wurde und die Auslöschung befürchtete, schloss er sich mit 30 Jahren der Befreiungsbewegung Somali National Movement an und wurde zum Widerstandskämpfer.

Zehn Jahre lang lebte er im Buschland, von seiner Frau und den Kindern die meiste Zeit getrennt, mit schlechter Versorgung und in ständiger Gefahr. Er bekämpfte die Regierungstruppen, die mit ihren Waffen überlegen waren. Die Unterlegenheit versuchten die Kämpfer durch Taktik auszugleichen und überlebten, „weil wir die feindlichen Soldaten töteten“.

1988 kämpfte Abdirahman in der großen Schlacht um Hargeisa, die Hauptstadt der Nordprovinz. Die Widerstandskämpfer nahmen weite Teile der Stadt ein und ein Jahr später vertrieben sie die Regierungstruppen vollständig. Bei dieser Vertreibung wurde Abdirahman von einem Soldaten ins Bein geschossen, überlebte aber, weil ein Kamerad die Blutung stoppte. Allerdings musste sein Bein amputiert werden, was den Vater von 14 Kindern für den Rest seines Lebens arbeitsunfähig macht.

Die Waffe, mit der er verletzt wurde, bewahrt Abdirahman zu Hause auf und fordert mit diesem Beweisstück Ausgleichszahlungen vom Hersteller und der deutschen Bundesregierung, die in der Zeit des Bürgerkriegs die somalische Polizei mit Waffen belieferte. Wer sich wundert, wie er als Verletzter zu der Waffe kam, wird von Abdirahman aufgeklärt: „Meine Mitstreiter nahmen gegnerische Soldaten gefangen, darunter auch den Mann, der mich mit dem G3 angeschossen hatte.“

Nachts verfolgen Abdirahman regelmäßig Alpträume. Er kann das Erlebte auch nach vielen Jahren nicht vergessen. Seine Lebensfreude lässt er sich dennoch nicht nehmen. Er ist ein Mensch, der gerne und viel lacht.