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Silly: Vaterland

Mit dem Song "Vaterland" möchte die Band Silly zum Nachdenken über Rüstungsexporte anregen.

© meinhardt.info

Deutsche Rüstungsexporte nach Brasilien

Zwischen 2001 und 2015 betrug der Wert der von der deutschen Bundesregierung genehmigten Rüstungssexporte nach Brasilien laut der Datenbank der Campaign Against Arms Trade (CAAT) über 498,7 Millionen Euro. Dabei handelte es sich vor allem um Panzer und Fahrzeuge, elektronische Geräte und Kriegsschiffe, aber unter anderem auch um Bildausrüstung, Software und Kleinwaffen sowie Munition.

Zwischen 2009 und 2016 war Deutschland nach Angaben der Sipri-Datenbank sogar mit Abstand vor den USA und Russland der wichtigste Lieferant von Rüstungsgütern nach Brasilien – und das obwohl es weiterhin weitreichende Menschenrechtsverletzung in dem südamerikanischen Land gibt. Laut Amnesty International (AI) wandte die Polizei auch 2016 unnötige und exzessive Gewalt an. Die Zahl der Tötungen bei Polizeieinsätzen sei auch 2016 sehr hoch gewesen. Die meisten davon seien ungeahndet geblieben. Junge Menschen und afro-brasilianische Männer sowie andere marginalisierte Bevölkerungsgruppen seien überproportional häufig Opfer von Gewalt durch Staatsbedienstete mit Polizeibefugnissen geworden. Auch gegen friedliche Proteste sei die Polizei häufig massiv vorgegangen. Menschenrechtsverletzungen gegen und Diskriminierung von Flüchtlinge, Asylsuchende und Migranten hätten zugenommen ebenso Drohungen, Angriffe und Tötungen von Menschenrechtsverteidigern. Die Haftbedingungen seien aufgrund von Überbelegung nach wie vor sehr schlecht.

Das Bonn International Center for Conversion (BICC) stuft neben der Menschenrechtslage in Brasilien noch drei weitere Kriterien der Europäischen Union für die Ausfuhr von Militärtechnologie und Militärgütern als kritisch ein - nämlich die innere Lage in Brasilien, die Erhaltung von Frieden, Sicherheit und Stabilität in der Region und die Bedrohung von Alliierten. Das Verhalten von Brasilien in der internationalen Gemeinschaft bewertet das BICC als möglicherweise kritisch.

(Stand: Augsut 2017)

Weitere Informationen:

Nachrichten über Rüstungsexporte nach Brasilien

Bundesregierung erlaubt weitere Rüstungsexporte – unter anderem nach Saudi-Arabien

Aus Medienberichten geht hervor, dass der Bundessicherheitsrat weitere Waffengeschäfte genehmigt hat. Darüber habe Sigmar Gabriel den Bundestag an seinem letzten Amtstag als Wirtschaftsminister am vergangenen Freitag informiert.

So habe die Bunderegierung die Lieferung von zwei weiteren Patrouillenbooten der Bremer Lürssen-Werft nach Saudi-Arabien erlaubt. Außerdem habe sie der Lieferung von 600 Zündern nach Brasilien zugestimmt. Die baden-württembergische Firma Junghans Microtec stellt diese Zünder der Deutschen Welle zufolge zum Beispiel für Artilleriewaffen, Panzer und Lenkflugkörper her.

Bundesregierung genehmigt Rüstungsgeschäft mit Saudi-Arabien, dw.com, 30.01.2017

Waffenexporte nach Saudi-Arabien: Zum Abschied zwei Boote für Riad, taz.de, 30.01.2017

Brasilien: Aufrüstung für Fußball-WM und Olympiade – auch mit Waffen aus Deutschland

Brasilien rüstet schon seit Jahren für die Fußball-WM und die Olympischen Spiele 2016 massiv auf. Die Waffen stammen auch aus Deutschland, wie Jürgen Grässlin, einer der Sprecher der Aktion Aufschrei, in einem Artikel in der Kontext:Wochenzeitung darlegt.

So habe die Bundesregierung über Jahre hinweg den Export von Abertausenden von Maschinenpistolen, Gewehren, Maschinengewehre und der passenden Munition genehmigt. Es seien aber auch zum Beispiel 220 Kampfpanzer des Typs Leopard-1 A 5 im Wert von 86 Millionen US-Dollar an die brasilianischen Streitkräfte geliefert worden. Und das obwohl die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) schon seit Jahren vor Waffengeschäften mit Brasilien warne - aufgrund der sehr schlechten Menschenrechtssituation dort.

Tore und Tote, Jürgen Grässlin, kontextwochenzeitung.de, 07.05.2014

Siehe auch:

Weltmeister: Deutsche Waffen-Industrie verdient prächtig mit der Fußball-WM, deutsche-wirtschafts-nachrichten.de, 03.06.2014

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Weitere Informationen zu Rüstungsexporten und Empfängerländern:

CAAT-Datenbank zu Rüstungsexporten der EU-Staaten
Informationen über Rüstungsexporte, aufgeschlüsselt nach Liefer- und Empfängerstaat, Jahr und Art der exportierten Güter

Rüstungsexportberichte der Europäischen Union

UN-Waffenregister
Im UN-Waffenregister ist der weltweite Handel mit Großwaffensystemen und mit Klein- und Leichtwaffen seit 1992 dokumentiert.

  • Großkampfsysteme
  • Kleinwaffen

BITS-Datenbank
Über die Datenbank der Berliner Informationsstelle Transatlantische Sicherheit (BITS) können Informationen über deutsche Rüstungsexporte abgerufen und nach Land, Kategorie und sogar Unternehmen gefiltert werden.

GKKE-Rüstungsexportberichte

Datenblätter zu Empfängerländern von waffenexporte.org
Zusammenstellung der Angaben der Rüstungsexportberichte der Bundesregierung ab dem Jahr 2000 zu Rüstungsexportgenehmigungen. Waffenexporte.org wird von Jan van Aken (MdB Die Linke) betrieben.

Länderdatenbank des BICC
In einer Datenbank hat das Bonn International Center for Conversion (BICC) 170 Länder hinsichtlich der acht Kriterien des gemeinsamen Standpunktes der EU ausgewertet

Länderportraits des BICC
Informationen zu Rüstung, Militär und Sicherheit in wichtigen Empfängerländern deutscher Rüstungsimporte

SIPRI-Jahrbücher auf Deutsch (Kurzfassungen) 

SIPRI-Jahrbuch
Sämtliche Jahrbücher des Stockholm International Peace Research Institut (SIPRI) seit 1968 auf Englisch

SIPRI-Datenbanken
Datenbanken des Stockholm International Peace Research Institut (SIPRI)

RüstungsInformationsBüro
Informationen zu Waffenproduktion und Rüstungsexporten