Startseite
  Suche 

 

Mitmachen:

Fordern Sie Wirtschaftsministerin Zypries auf, alle Rüstungsexporte an Staaten, die im Jemen Krieg führen, zu stoppen! mehr

Materialien:

Handreichung "Deutsche Rüstungsexporte" mehr

Materialien:

Aktionsflyer

Das Kampagnenfaltblatt zum Verteilen oder Auslegen an Infoständen mehr

Bücher:

Titelblatt von Grässlin, Harrich und Harrich-Zandberg: Netzwerk des Todes

Netzwerk des Todes - Das Enthüllungsbuch zum TV-Ereignis „Tödliche Exporte“ mehr

Bücher:

Schwarzbuch Waffenhandel - Wie Deutschland am Krieg verdient mehr.

Silly: Vaterland

Mit dem Song "Vaterland" möchte die Band Silly zum Nachdenken über Rüstungsexporte anregen.

© meinhardt.info

Interview mit Ernst-Ludwig Iskenius

Der Arzt und Mitglied von IPPNW Ernst-Ludwig Iskenius arbeitet als Koordinator des gemeinnützigen Vereins Refugio e.V. in Villingen-Schwenningen mit traumatisierten Flüchtlingen. Unter den Menschen, die das Angebot des Vereins in Anspruch nehmen, sind auch Opfer von (Waffen-)Gewalt.

Zur Behandlung gehört nicht nur eine Diagnostik körperlicher Beeinträchtigungen, sondern genauso das Gespräch über das Geschehene, wie Ernst-Ludwig Iskenius selbst berichtet: „Ich nehme möglichst präzise die Lebensgeschichte auf, so dass ich einen bestmöglichen Einblick in die Art und das Ausmaß der erlittenen Gewalt bekomme. Neben den körperlichen Folgen sind es insbesondere die seelischen Verletzungen, die diese Menschen häufig lebenslang begleiten.“

Die seelischen Verletzungen spüren nicht nur die Betroffenen selbst, oft leidet auch ihr Umfeld mit, zuallererst „das familiäre Umfeld, insbesondere die Kinder. Häufig sind ein oder sogar beide Elternteile mit der erlittenen Vergangenheit so beschäftigt, dass sie zu wenig Kraft und Energie haben, ihre Elternfunktion im vollen Maße wahrzunehmen.“ Ein weiteres Symptom ist der Verlust des Vertrauens in andere Menschen, das erst wieder mühsam gelernt werden muss.

Bei einer Reise nach Türkisch-Kurdistan lernte der Arzt weitere traumatisierte Menschen kennen, die in ihrer Heimat geblieben sind, bekam einen Einblick in deren Lebensumstände und sah die Heimat einiger seiner Patienten. Die verschiedenen Erfahrungen brachten ihn zu dem Schluss: „Rüstungsexporte sind aus medizinischer Sicht nicht zu verantworten, weil sie statt Sicherheit und Stabilität zu geben, die Gewalt unterstützen.“

„Jeder Rüstungsexport, der verhindert werden kann, reißt eine Faser der Wurzel von Gewalt aus. Das löst noch nicht alle Probleme, mindert aber die Zahl gewaltsamer Konflikte. Je weniger Waffen im Kriegsgebiet sind, desto größer wird die Chance, Konflikte ohne Gewalt zu lösen. Zugleich gewinnen wir mehr Frieden und produzieren weniger Flüchtlinge. Ein völliger Rüstungsexportstopp trüge maßgeblich zur Prävention physischer Gewalt bei.“

Lesen Sie das ganze Interview, wenn Sie mehr über die Reise des Arztes Ernst-Ludwig Iskenius, die Berichte seiner Patienten, seine Bemühungen um ein normales Leben der Traumapatienten und seine Konversionsideen für die Rüstungsindustrie wissen möchten.

Zum Interview

Abonnieren Sie unseren Newsletter.

Unterstützen Sie uns durch Ihre Spende

Neuigkeiten

E.-L. Iskenius im Interview mit Radio Dreyeckland; mehr

Keine Waffen nach Libyen

E.-L. Iskenius protestiert bei Verteidigungsminister de Maiziére gegen geplante Waffenlieferungen an Libyen. mehr


Ausbildung

  • Medizinstudium in Freiburg und Frankfurt 
  • dreimonatiger Famulaturaufenthalt in Sambia
  • Weiterbildung in Innerer Medizin
  • Forschungsaufenthalt in Vancouver, Kanada
  • Weiterbildung in Kinderheilkunde
  • 1993 -1995 Organisation humanitärer Hilfe und Menschenrechtsbeobachtung in Kroatien und Bosnien während des Krieges
  • Assistenzarzt in einer niedergelassenen pädiatrischen Praxis
  • 1998 Gründung von Refugio e. V., Fortbildung in Psychotraumatologie

Aktivitäten und Mitgliedschaften

  • Flüchtlingsarbeit seit 1991
  • Gründung Pro Asyl in Villingen – Schwenningen
  • Gründung und Mitarbeit im Vorstand vom Dreiländernetzwerk TriRegio Psychotraumatologie
  • bis 2009 Vorstandsmitglied in der BAFF (bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer)
  • Mitglied in Friedens- und Ökologieorganisationen u. a. IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung)