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Mit dem Song "Vaterland" möchte die Band Silly zum Nachdenken über Rüstungsexporte anregen.

© meinhardt.info

Rüstungskonversion

Unter Rüstungskonversion versteht man die Umstellung industrieller Betriebe von militärischer auf zivile Produktion. Hier erhalten Sie Informationen unter anderem über die Erfahrungen, Herausforderungen und Möglichkeiten der Rüstungskonversion.

Nachrichten

Rüstungskonversion: Strukturwandel in der Rüstungsindustrie sollte genutzt werden

Andreas Seifert von der Informationsstelle Militarisierung (IMI) beschäftigt sich in einem interessanten Artikel ausführlich mit der Rüstungskonversion. Mit Blick auf deren Geschichte zeigt er darin unter anderem die bisherigen Gründe für ihr Scheitern auf und er gibt einen Ausblick auf die künftige Entwicklung der Rüstungsindustrie und des wehrtechnischen Marktes. Dieser anstehende Strukturwandel müsse genutzt werden, um Kapazitäten in den großen Rüstungsfirmen abzubauen und die zivilen Unternehmen zu stärken. Staatliche Fördergelder sollten Strukturen vorbehalten bleiben, bei denen zivile Unternehmen entstehen und nicht dazu verwendet werden, Gewinnausfälle zu kompensieren und umkehrbare Konversionsprozesse zu finanzieren, fordert Seifert. Damit Konversion funktionieren könne, müssten Frieden und friedliche Konfliktlösung zudem oben auf die politische Agenda gesetzt werden – mit dem Ziel der Verringerung des Wehretats und nicht seiner Ausweitung.

Strukturwandel nutzen! Konversion von Rüstungsbetrieben ist kein Selbstläufer, Andreas Seifert, IMI-Analyse 2017/01, imi-online.de, 09.01.2017

DGB-Vorsitzender fordert breitere Debatte über Rüstungskonversion

Die Gewerkschaften beschäftigen sich seit einigen Jahrzehnten mit dem Thema Rüstungskonversion. Angesichts der Herausforderungen der heutigen Zeit muss die Debatte darüber breiter geführt werden. Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), hat dazu auf dem IPB World Congress 2016 “Disarm! For a Climate of Peace” in Berlin im Herbst 2016 ein umfassendes Referat gehalten.

Die gewerkschaftliche Konversionsdebatte hat in den letzten Jahren wieder Fahrt aufgenommen, Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Referat auf dem IPB World Congress 2016 “Disarm! For a Climate of Peace”, ipb2016.berlin, 04.11.2016

Produktion für das Leben: Wäre Konversion bei Rheinmetall möglich?

„Könnte der Rüstungskonzern Rheinmetall nicht vollständig auf zivile Produktion umstellen?“, fragt Heinrich Frei, Vorstandsmitglied des Schweizerischen Friedensrates. Er zeigt in einem Artikel auf, dass bereits 52 Prozent der Güter, die Rheinmetall fabriziert, heute zivile Güter sind. Außerdem blickt er darin zurück auf die Geschichte der Waffenschmiede, in der das Unternehmen schon mehrfach gezwungen war, komplett auf zivile Produktion umzustellen, und beispielsweise Eisenbahnwaggons oder Landmaschinen herstellte.

Rheinmetall entrüsten: Produktion für das Leben, nicht mehr für den Tod, Heinrich Frei, nrhz.de, 27.07.2016

Linke und Grüne fordern Ausstieg der Thüringer Wirtschaft aus Waffengeschäften

Wie der mdr berichtet, haben die Linken und Grünen im thüringischen Landtag den Ausstieg der Thüringer Wirtschaft aus dem Rüstungsgeschäft gefordert. Ein Umbau der Unternehmen sei nach Ansicht der Linken innerhalb von 20 bis 30 Jahren möglich, ohne Arbeitsplätze zu verlieren.

Diese Forderung der Grünen und Linken ist nach Angaben des mdr weder von der SPD noch von CDU und AfD unterstützt worden.

Linke und Grüne fordern Ausstieg aus Rüstungsgeschäften, mdr.de, 01.03.2016

Zahlreiche Organisationen starten Initiative für Rüstungskonversion in Thüringen

In Jena haben im Oktober 2015 laut dem Trägerkreis Rüstungskonversion Jena Vertreter der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland, der Linken Thüringen, der IG Metall Jena und zahlreicher anderer Organisationen und Vereine sowie Einzelpersonen ein Gründungsmemorandum für einen Thüringer Rüstungskonversionsfonds verabschiedet.

Ziel sei die Einrichtung eines Fonds auf Ebene des Freistaates, aus dessen Mitteln die Umwandlung von Rüstungsarbeitsplätzen in zivile geleistet werden könne. Insbesondere wolle man mit dieser Initiative dem Export von Rüstungsgütern aus Thüringen entgegengewirken und Fluchtursachen bekämpfen.

Unterzeichnet wurde das Memorandum unter anderem von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen, dem Internationalen Versöhnungsbund, der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, die Linke Thüringen, dem Menschenrechtsbeauftragten der Thüringer Landesärztekammer, der IG Metall Jena-Saalfeld, dem DFG-VK Landesverband Ost und der IPPNW.

Thüringen: 19 Organisationen starten Initiative für Rüstungskonversion, jena-entruestet.de, 18.11.2015

Gründungsmemorandum der ‚Initiative für einen Thüringer Rüstungskonversionsfonds‘, jena-entruestet.de, 18.11.2015

Für neue Initiativen zur Umstellung der Rüstungsindustrie

Positionspapier zur Rüstungskonversion von Bundesausschuss Friedensratschlag und Kooperation für den Frieden

Der Bundesausschuss Friedensratschlag und die Kooperation für den Frieden rufen friedensbewegte Menschen und Organisationen auf, für Rüstungskonversion verstärkt wieder in der Öffentlichkeit zu werben.

Auch die Ergebnisse der kommenden Gewerkschaftstage der beiden großen Gewerkschaften IG Metall und Ver.di sind dafür geeignet.

Positionspapier (PDF), friedensratschlag.de

Peter Kennard: Panzer zu Traktoren

Die Süddeutsche Zeitung zeigt in einem Beitrag über den britischen Künstler und Politaktivisten Peter Kennard eines seiner Werke, das eindrücklich visualisiert, wie Rüstungskonversion aussehen könnte.

Pflugscharen-Schwerter, sueddeutsche.de, 10.07.2015

Titelblatt Friedensjournal 2/2015

Weniger Rüstung durch Konversion

Unter dem Titel "Weniger Rüstung durch Konversion" hat die ehemalige Bevollmächtigte der IG Metall, Anne Rieger, einen Artikel zur Rüstungskonversion verfasst. Sie gibt darin einen Überblick über den Stand der Diskussion über Rüstungskonversion in der IG Metall. Sie nennt hoffnungsweckende Ansätze und empfiehlt, diese als nachahmenswert bekannt zu Machen. Veröffentlicht wurde der Artikel, den uns die Redaktion freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat und der hier heruntergeladen werden kann, im "Friedensjournal" Nr. 2/2015.

Rüstungskonversion: schwierig aber notwendig

Anne Rieger ist Mitglied des Sprecherkreises im Bundesausschuss Friedensratschlag, der im Dezember 2014 den 21. Friedenspolitischen Ratschlag in Kassel veranstaltet hat. Dort hat Anne Rieger das Referat "Rüstungskonversion: schwierig aber notwendig" gehalten, welches aufgrund der vielen Zahlen und Fakten sehr zu empfehlen ist. Das gilt auch für das Referat "Rüstungskonversion" von Wolfgang Erdmann. Beide Referate können auf der Seite des Friedensratschlags heruntergeladen werden.

Zu den Referaten des 21. Friedenspolitischen Ratschlags
A. Rieger:
Weniger Rüstung durch Konversion

Rüstungskonversion: Jenoptik will weniger Militärprodukte herstellen

Der Technologiekonzern Jenoptik, der einen großen Teil seines Umsatzes mit Militärgütern macht, möchte sich künftig noch mehr auf den zivilen Bereich konzentrieren. Das geht aus Medienberichten hervor. Grund dafür sei vor allem die restriktivere Rüstungsexportpolitik der Bundesregierung, die im vergangenen Jahr zu einem Umsatzrückgang des Unternehmens geführt habe.

Jenoptik-Gewinn geringer als erwartet, mdr.de, 26.03.2015
Neue Zahlen: Die Jenoptik AG legte heute die Jahresbilanz vor, jenatv.de, 26.03.2015
Jenoptik rüstet ab: Thüringer Technologiekonzern produziert weniger Militärtechnik, Leipziger Volkszeitung (Print), 27.03.2015

Rheinmetall: Geschäft mit Autoteilen wird zur Stütze des Unternehmens

Konversion lohnt sich: Für Rheinmetall läuft das Geschäft mit Autoteilen Medienberichten zufolge inzwischen besser als erwartet und es hilft dem Unternehmen, die Kursverluste in der Rüstungssparte einzudämmen.

Rheinmetall dämmen Minus ein dank guten Autogeschäfts, focus.de, 03.11.2014
Rüstungssparte verdirbt Rheinmetall die Bilanz, rp-online.de, 04.11.2014

Rüstungskonversion: Umstieg auf zivile Produktion

Aufgrund der Beschränkung der Waffenexporte fürchtet die Rüstungsindustrie derzeit um ihre Existenz. Die Lösung ihres Problems könnte in der Konversion liegen, meint der Konfliktforscher und ehemalige Leiter des Internationalen Konversionszentrums Bonn (BICC) Herbert Wulf im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur. Allerdings müsste die Politik dabei helfen.

Rüstungsindustrie: Zivile Technik statt Waffen, deutschlandradiokultur.de, 05.09.2014

Rüstungskonversion: Zweites Standbein für Rüstungsfirmen

Aufgrund der Ankündigung von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), weniger Waffenexporte an Drittstaaten zu genehmigen, haben Rüstungsfirmen Angst um ihre Zukunft. Dabei könnte man die Unternehmen auf zivile Produktion umstellen, wie die Frankfurter Rundschau aufzeigt.

Rüstungsexporte Windräder statt Panzergetriebe, fr-online.de, 19.08.2014

Rüstungskonversion in Jena

Laut einem Bericht der Thüringischen Landeszeitung hat sich unter dem Motto: „Jena entrüstet“ ein neuer Trägerkreis unter anderem aus Vertretern der Gewerkschaften, Kirchen und des IPPNW in Jena zusammengefunden. Sein Ziel ist die Umwandlung von militärischer in zivile Produktion.

Neuer Trägerkreis "Rüstungskonversion Jena" will mehr Licht in die Rüstungsproduktion in Jena bringen, tlz.de, 30.06.2013

Rüstungskonversion: Herausforderungen und Erfahrungen

Mario Messer / Wolfgang Heinrich: Rüstungskonversion – Ein Überblick, Stuttgart, 16.04.2012

Mario Messer: Herausforderungen bei der betrieblichen Rüstungs-konversion und entsprechende Handlungsempfehlungen in Stichpunkten, 2012