Startseite
  Suche 

 

Mitmachen:

Aktionspostkarte: Ausgeliefert - Munitionsexporte der Rheinmetall AG stoppen

Aktionspostkarte: Ausgeliefert - Munitionsexporte der Rheinmetall AG stoppen mehr

Materialien:

Aktionsflyer

Das Kampagnenfaltblatt zum Verteilen oder Auslegen an Infoständen mehr

Bücher:

Titelblatt von Grässlin, Harrich und Harrich-Zandberg: Netzwerk des Todes

Netzwerk des Todes - Das Enthüllungsbuch zum TV-Ereignis „Tödliche Exporte“ mehr

Bücher:

Schwarzbuch Waffenhandel - Wie Deutschland am Krieg verdient mehr.

Silly: Vaterland

Mit dem Song "Vaterland" möchte die Band Silly zum Nachdenken über Rüstungsexporte anregen.

© meinhardt.info

ITEC

Die Abkürzung ITEC steht für "International Forum for the Military Training, Education and Simulation Sectors". Die internationale Militär- & Rüstungsmesse, die jährlich in wechselnden Städten stattfindet, wird bereits seit 1989 ausgetragen. Der Schwerpunkt der Schau liegt laut ihrer Website auf militärischem Training, Simulation und Ausbildung.

itec.co.uk

Nachrichten

Evangelischen Mission in Solidarität fordert Absage der ITEC in Stuttgart

Auch die Evangelischen Mission in Solidarität (EMS) appellierte nun mit einem Schreiben an Land, Stadt und Messe, die ITEC in Stuttgart abzusagen.

„Wie kann es sein, dass die ITEC, die aufgrund verschiedenster moralischer Bedenken und nach massivem Protest eines breiten zivilgesellschaftlichen Bündnisses aus der Stadt Köln vertrieben wurde, nun eine derartige Plattform in Stuttgart findet?“, fragte Jürgen Reichel, der Generalsekretär der EMS, die Verantwortlichen. Er wirft ihnen vor, Staaten, die in hohem Maße in Menschenrechtsverletzungen involviert sind, die Möglichkeit zu geben, sich mit neuesten Technologien zu versorgen und die Spirale der Gewalt weiter zu drehen. „Die bei der ITEC abgeschlossenen Geschäfte werden über kurz oder lang dazu beitragen, dass Menschen um ihr Leben fürchten müssen“, so Reichel.

Diejenigen Opfer, die sich nach Deutschland und Europa aufmachten, könnten von den furchtbaren Folgen des weltweiten Waffenhandels erzählen, betonte Reichel. Er bot den Verantwortlichen an, sie mit Betroffenen aus den EMS-Partnerkirchen im Nahen Osten, aus Nigeria oder aus dem Südsudan zusammenzubringen.

Finanzbürgermeister Michael Föll sieht in seinem Antwortschreiben an den Generalsekretär der EMS allerdings kein Problem in der Veranstaltung, die „ein Kongress mit begleitender Ausstellung“ sei, bei dem „vornehmlich Simulations-Software-Lösungen“ vorgestellt würden und es bei dem Kongress um „Produktions- und Simulationstechnologien bei Herstellungsprozessen“ gehe.

Der EMS gehören insgesamt 23 Kirchen und fünf Missionsgesellschaften in Asien, Afrika, dem Nahen Osten und Europa an.

EMS-Generalsekretär fordert Absage der ITEC, Pressemitteilung, ems-online.de, 16.04.2018

Regierungsbefragung: Landesregierung rechtfertigt Durchführung der Militärmesse ITEC in Stuttgart

In der Plenarsitzung des baden-württembergischen Landtags vom 11. April 2018 musste Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) auf Antrag der SPD-Fraktion Stellung zur Durchführung der Militär- und Waffentechnikmesse ITEC in Stuttgart nehmen.

Rainer Hinderer von der SPD wollte von der Landesregierung wissen, ob die Durchführung der ITEC im Aufsichtsrat der Landesmesse thematisiert wurde und ob eine solche Messe aus Sicht der Landesregierung ein geeignetes Instrument sei, um den internationalen Waffenhandel und die kriegerischen Ursachen auch von Flucht und Vertreibung zu begrenzen.

Hoffmeister-Kraut erklärte mehrfach, dass die Entscheidung über die Durchführung der ITEC das operative Geschäft der Geschäftsführung der Landesmesse sei. Die Veranstaltung verstoße nicht gegen die ethischen und gesellschaftspolitischen Grundsätze, die die Landesmesse Stuttgart bei ihren Entscheidungen zugrunde lege und sie widerspreche auch nicht den Grundsätzen, die sich die Landesregierung gesetzt habe (also Beförderung einer nachhaltigen, globalen Entwicklung, der Sicherung von Frieden, Gerechtigkeit, Demokratie und der Menschenrechte). Denn bei der ITEC handelt es sich nach Ansicht von Hoffmeister-Kraut lediglich um eine Kongressmesse, deren Kernthema Simulationstechniken seien – es würden also keine Waffen ausgestellt. Diese Tagung diene vor allem dazu, Trainings- und Simulationssoftware für Polizei, Feuerwehr, Militär, Spezialeinheiten und auch nichtmilitärische Sicherheitskräfte vorzustellen. Die Besucher der ITEC seien also vor allem Vertreter von Behörden.

59. Plenarsitzung, 11. April 2018, TOP 4 Regierungsbefragung, a) Thema: Durchführung der Militär- und Waffentechnikmesse ITEC in Stuttgart

Siehe auch:

Jusos gegen ITEC in Stuttgart

Auch die Jusos Stuttgart haben sich gegen die Austragung der Waffenmesse ITEC in Stuttgart ausgesprochen. „Eine Veranstaltung, die das Töten per Mausklick propagiert, lehnen wir nicht nur aus unseren Grundwerten heraus ab, sie ist für die Stadt Stuttgart auch nachhaltig imageschädigend“, kommentiert Jasmin Meergans aus dem Vorstand der Jusos Stuttgart auf der Webseite der Stuttgarter Jusos.

Das Verhalten der Landeshauptstadt wirke widersprüchlich, erklären die Jusos. Einerseits habe die Landesmesse rund 2.500 Zuflucht suchende Menschen untergebracht und die Stadt Stuttgart lege ihr Vermögen nicht mehr bei Unternehmen an, die Militärwaffen vertreiben. Andererseits werde zugelassen, dass auf der ITEC-Messe 2018 kriegerische Handlungen simuliert und trainiert werden. Die dort vorgestellte Software finde unspezifische Käufer, zu denen im Zweifel auch kriegführende Regime gehörten.

Die Jusos fordern von der Stadt ein konsistentes Verhalten gegenüber Militärwaffen. Daher müsse die Stadt über den Aufsichtsrat der Messe alles dafür tun, dass die Messe doch noch abgesagt werde.

Stoppt die Militärmesse ITEC 2018 in Stuttgart, jusos-stuttgart.de, 26.03.2018

Proteste gegen die Militärmesse ITEC in Stuttgart bei Ostermarsch-Aktionen

Die ITEC in Stuttgart war auch ein zentrales Thema bei den Ostermarsch-Aktionen in Stuttgart. So wurde am Karfreitag ihretwegen eine Kundgebung vor dem Stuttgarter Flughafen abgehalten. Am Samstag wurde sie beispielsweise in der Rede von Paul Russmann von Ohne Rüstung Leben thematisierte.

Redebeiträge

Presseschau

Weitere Infos:

Landesbischof Juli und Evangelische Landessynode kritisieren ITEC in Stuttgart

Zum Auftakt der diesjährigen Frühjahrstagung der Württembergischen Evangelischen Landessynode im Stuttgart kritisierte Landesbischof Frank Otfried July die in der Messe Stuttgart stattfindende Internationale Militär- und Waffentechnikmesse ITEC.

"Als Kirche sind wir dem Frieden verpflichtet und damit der weltweiten Gerechtigkeit. Die Perfektion von Waffen und Kriegstechnik führt nicht zu einer Lösung der uns weltweit bedrängenden Probleme", erklärte July. Und er forderte die Verantwortlichen der Landesmesse Stuttgart, die Vertreter des Landes Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart auf, die Landesmesse künftig nicht für die ITEC und andere Rüstungs- und Waffenmessen zur Verfügung zu stellen. "Ich möchte, dass Stuttgart weiter Bibelhauptstadt und keine Showstadt für moderne Waffen ist", betonte Juli. Die Landessynode schloss sich einstimmig einer Erklärung des Diözesanrats Rottenburg-Stuttgart an.

Frühjahrstagung der Landessynode beendet: Landessynode mit Beschluss über Taufagende zu Ende gegangen, Pressemitteilung, elk-wue.de, 10.03.2018

Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart: keine Waffenmessen wie ITEC in Stuttgart

Der Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart hat sich in einer öffentlichen Erklärung gegen die Ausrichtung der Militär- und Waffentechnikmesse ITEC in Stuttgart ausgesprochen.

„Wir sehen in dieser Messe einen Beitrag zur Schaffung von Fluchtursachen, zur Anwendung von Gewalt in Konflikten sowie zum Missbrauch von Ressourcen, die für Bildung und Entwicklung dringend notwendig wären“, heißt es in der Stellungnahme, die der Rat in seiner Sitzung am 3. März im Kloster Schöntal verabschiedet hat. Es sei ein Skandal, dass auf der Stuttgarter Messe für den Handel mit Kriegstechnik und -software geworben und Krieg simuliert werde. Außerdem sei es inakzeptabel, dass derartige Messen eine Plattform für die internationale Waffenlobby böten.

Der Diözesanrat fordert angesichts der Tatsache, dass die ITEC-Veranstalter mit dem hohen Anteil von militärischen Einkäufern und Entscheidungsträgern von Schwellenmärkten untern den Besuchern werben, vom Aufsichtsrat der Landesmesse Stuttgart, insbesondere von den Vertretern des Landes Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt, die Landesmesse Stuttgart nicht für die ITEC oder andere Rüstungs- und Waffenmessen zur Verfügung zu stellen.

Ein "Skandal": Die Landeshauptstadt soll keinen Platz für Rüstungsmessen bieten, fordert der Diözesanrat, raete.drs.de, 03.03.2018

Erklärung des Diözesanrats: Keine Rüstungsmessen in der Landesmesse Stuttgart!, 03.05.2018

Kundgebung gegen die Rüstungsmesse ITEC in Stuttgart

„Simulierst du noch oder mordest du schon?“ – unter diesem Motto protestierten am 25. Januar in Stuttgart rund 100 Menschen vor dem Stuttgarter Rathaus gegen die Austragung der ITEC in Stuttgart. mehr

Junge Welt: Interview mit Paul Russmann über den Protest gegen die Militärmesse ITEC in Stuttgart

Im Mai soll die Militärmesse ITEC in Stuttgart stattfinden. Dagegen wird schon seit längerem protestiert. Die Junge Welt sprach darüber mit Paul Russmann von Ohne Rüstung Leben.

»Die Crème de la crème der Kriegsindustrie«, jungewelt.de, 24.01.2018

Baden-Württembergische Landesregierung: Rüstungsmesse ITEC verstößt nicht gegen ethische Grundsätze der Landesmesse Stuttgart

Die Austragung der Rüstungsmesse ITEC in Stuttgart verstößt nach Ansicht des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums unter Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) nicht gegen die ethischen Grundsätze der Landesmesse. Das erklärt es in einer Stellungnahme zu einem Antrag der FDP.

Auch hinsichtlich ihrer Bemühungen im Bereich ihrer friedenspolitischen Maßnahmen sieht die Landesregierung, die sich gemäß dem Koalitionsvertrag einer nachhaltigen globalen Entwicklung, der Sicherung von Frieden, Gerechtigkeit, Demokratie und den Menschenrechten verpflichtet fühlt, es nicht als problematisch an, dass die ITEC in Stuttgart stattfindet.

Das Wirtschaftsministerium begründet diese Haltung damit, dass auf der ITEC zwar Trainings- und Simulationssoftware für Polizei, Feuerwehr, Militär, Spezialeinheiten und nicht militärische Sicherheitskräfte vorgestellt und die Messe vom Bundesverteidigungsministerium, der Bundeswehr und der Nato unterstützt werde, sie sich aber verstärkt auch der zivilen Sicherheit widmen wolle. Unabhängig davon seien Messen wichtig für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg.

Antrag der Abg. Dr. Erik Schweickert u. a. FDP/DVP und Stellungnahme des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau: ITEC-Messe in Stuttgart, Drucksache 16/3002

Siehe dazu auch:

Rüstungsmesse Itec in Stuttgart: Kein Konflikt mit Ethikregeln, stuttgarter- zeitung.de, 21.01.2018

DGB Baden-Württemberg gegen Austragung der ITEC in Stuttgart 2018

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, hat sich nun auch der Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Martin Kunzmann, gegen die Ausrichtung der Militär- und Waffenmesse ITEC in Stuttgart ausgesprochen.

Gastveranstaltung in Stuttgart: Protest gegen Waffentechnikmesse flammt wieder auf, stuttgarter-zeitung.de, 14.01.2018

Kontextwochenzeitung über die Ausrichtung der ITEC in Stuttgart

Die Kontextwochenzeitung berichtet über den Protest gegen die Militärmesse ITEC im Mai 2018 in Stuttgart, der zwar deren Ausrichtung nicht habe verhindern können, aber wenigstens eine Zweitauflage abwenden könne. In dem Artikel kommt auch Paul Russmann von Ohne Rüstung Leben zu Wort.

Die Militärmesse kommt, kontextwochenzeitung.de, 27.12.2017

Ohne Rüstung Leben: Kundgebung gegen die Rüstungsmesse ITEC in Stuttgart

Protest vor der Landesmesse Stuttgart am 18. Oktober 2017, Foto: Simon Bödecker

Am 18. Oktober fand eine Kundgebung gegen die geplante Militär- und Rüstungsmesse ITEC 2018 in Stuttgart statt. Gemeinsam mit dem Offenen Treffen gegen Krieg und Militarisierung Stuttgart (OTKMS) protestierte Ohne Rüstung Leben auf dem Messegelände, während in der Messe der Aufsichtsrat der Landesmesse Stuttgart tagte. Mit einem roten, aber blutverschmierter Teppich, erinnerten die Aktivisten den Aufsichtsrat daran, dass dieser sich nicht gegen die ITEC aussprechen wollte.

„Bis jetzt will die Mehrheit des Aufsichtsrates der Landesmesse Stuttgart im Mai 2018 den Roten Teppich für die Militärmesse ITEC ausrollen. Mit der Aktion ‚Roter Teppich‘ unterstützen wir diejenigen im Aufsichtsrat, die sich mit uns gegen die Präsentation von Drohnentechnik, Raketenabwehrsystemen und anderen Erfindungen wenden, mit denen sich Menschen im 21. Jahrhundert möglichst effektiv umbringen können,“ begründete Diplom-Theologe Paul Russmann die Protestaktion.

Weitere Informationen:

Protest gegen die ITEC 2018 in Stuttgart zeigt Wirkung - kaum Chancen auf Neuauflage, ohne-ruestung-leben.de, 19.10.2017

Pressespiegel

Grüne Stuttgart fordern: Keine Militärmesse in Stuttgart

Die Stuttgarter Grünen haben auf ihrer letzten Mitgliederversammlung am 5. Oktober mit großer Mehrheit einen Antrag der Grünen Jugend gegen die Austragung der ITEC in Stuttgart beschlossen. Das teilten sie per Twitter mit.

In dem Antrag fordern sie die Messe Stuttgart auf, in Verhandlung mit der ITEC einzusteigen, um den Vertrag zu kündigen. Außerdem müsse der Aufsichtsrat in Zukunft garantieren, dass in Stuttgart keine Messen mit vergleichbarem militärischen Bezug mehr stattfinden.

Auf der hauptsächlich von Deutschlands größten und ethisch umstrittenen Rüstungskonzern Rheinmetall gesponserte Messe ITEC würden unter anderem Kriegssimulationen und Drohnensysteme ausgestellt, heißt es in dem Papier. Und weiter: "Die Verlagerung der Messe von Köln nach Stuttgart lehnen wir daher ab. Wir wollen den Protest aus Köln fortführen und ein Zeichen dafür setzen, dass die Rüstungsindustrie mit ihren menschenverachtenden Kriegssimulationen und Kampfdrohnen keinen Platz im weltoffenen Stuttgart hat."

Medienberichten zufolge hat die Grüne Jugend auch bereits Proteste gegen die ITEC angekündigt.

DEAB: Aufsichtsrat der Messe Stuttgart muss Vertrag mit ITEC kündigen

Der Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB) fordert in einem Schreiben an den Stuttgarter Finanzbürgermeister Michael Föll den Aufsichtsrat der Messe Stuttgart auf, den Vertrag mit der Militär- und Waffentechnikmesse ITEC zu kündigen.

Die Landesmesse Stuttgart habe rund 2.500 Zuflucht suchende untergebracht. Zudem lege Stuttgart sein Vermögen nicht mehr bei Unternehmen an, die Militärwaffen vertreiben, schreibt der DEAB. Doch wenn die ITEC 2018 in Stuttgart stattfinde, werde dort Krieg simuliert und trainiert, das Töten per Mausklick perfektioniert und die entsprechende Software vertrieben; im Zweifel auch an kriegführende Regime.

DEAB fordert Messe Stuttgart zur Kündigung der Militär- und Waffentechnikmesse ITEC auf, deab.de, 29.09.2017

Barbara Happe von urgewald: Keine Rüstungsmesse ITEC in Stuttgart

In einem Schreiben fordert Barbara Happe von der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann und Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn auf, die Militär- und Waffentechnikmesse ITEC in Stuttgart zu verhindern.

Eine solche Militärmesse widerspreche der Ausrichtung von Bündnis 90/Die Grünen als Mitstreiter für Abrüstung und eine restriktivere Rüstungsexportpolitik, schreibt Happe. Die ITEC passe weder zu dem Engagement der Stadt für eine atomwaffenfreie Welt bei den „Bürgermeistern für den Frieden“ noch zu dem Bestreben, keine Vermögenswerte mehr in Unternehmen anzulegen, die Militärwaffen oder Militärmunition herstellen. Auch der grün geführten Landesregierung in Baden-Württemberg drohe ein massiver Glaubwürdigkeitsverlust, sollte sie die ITEC in Stuttgart stattfinden lassen.

Schreiben von Barbara Happe an Winfried Kretschmann und Fritz Kuhn

Waffenmesse ITEC in Stuttgart: Followfood sagt Teilnahme an Slow-Food-Messe ab

Da die Waffenmesse ITEC im nächsten Jahr in Stuttgart ausgetragen werden soll, kommt für den Friedrichshafener Lebensmittelproduzenten Followfood eine Teilnahme an der Slow-Food-Messe 2018 in Stuttgart nicht mehr infrage.

Die Themenfelder Militärtechnik und nachhaltiges Wirtschaften ließen sich nicht in Einklang bringen, erklärt das Unternehmen in einer E-Mail an die Messe Stuttgart, die uns vorliegt.

Aufsichtsrat der Landesmesse lehnt Antrag auf Rückabwicklung des Vertrags mehrheitlich ab

Wie Ohne Rüstung Leben berichtet, ist es am 12. Juli 2017 bei der Tagung des Aufsichtsrats der Landesmesse Stuttgart zu heftigen Diskussionen über die ITEC gekommen. Die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Stuttgarter Gemeinderat, Anna Deparnay-Grunenberg, habe einen Antrag auf Rückabwicklung des Vertrags mit dem Londoner Messeveranstalter "Clarion Events", der auch die ITEC organisiert, eingebracht. Nur drei der 13 Aufsichtsratsmitglieder hätten für die Rückabwicklung gestimmt, acht seien dagegen gewesen, zwei hätten sich enthalten.

Heftige Diskussionen über die geplante Waffenmesse ITEC 2018 in Stuttgart, ohne-ruestung-leben.de, 19.07.2017

SÖS-Linke-Plus beantragt: Keine Rüstungsmesse in Stuttgart – ITEC verhindern

Nachdem bekannt wurde, dass die ITEC im Mai 2018 in der Messe Stuttgart stattfinden soll, regt sich auch im Stuttgarter Gemeinderat Widerstand. Die Fraktionsgemeinschaft SÖS-Linke-Plus beantragte nun, den Vertrag mit dem Messeveranstalter zu kündigen.

„Vor knapp einem Jahr hat der Gemeinderat beschlossen, dass die Stadt ihr Vermögen nicht mehr dort anlegt, wo mit Militärgerät Geld verdient wird. Auf der anderen Seite sehen die Akteure bei der Stadt aber kein Problem, Schauplatz von Europas größter Waffenmesse zu sein“, erklärt Thomas Adler, Fraktionsvorsitzender von SÖS-Linke-Plus.

„Wir wollen über den Gemeinderat verhindern, dass die ITEC nach Stuttgart kommt“, beschreibt Adler das Vorgehen der Fraktionsgemeinschaft. „Wir haben einen Antrag vorbereitet und laden die Grünen und die SPD dazu ein, dem Vorhaben, Europas größte Waffenmesse in Stuttgart zu verhindern, eine Mehrheit zu verschaffen.“ Wenn das nicht helfe, werde man Initiativen wie „Ohne Rüstung Leben“ unterstützen, auf friedliche Weise für Gegenwind zu sorgen.

Protest gegen Militärmesse ITEC 2018: Rüstungsalarm in Stuttgart

Landesmesse Stuttgart, Foto: Ohne Rüstung Leben

Im Mai 2018 soll die Waffentechnik- und Militärmesse ITEC zum ersten Mal in Stuttgart stattfinden. Darauf weist Ohne Rüstung Leben (ORL) in einer Pressemitteilung hin. Mehr als 100 Aussteller werden auf der ITEC 2018 erwartet, so ORL. Sie wollten dort für Computerprogramme zur Simulation von Krieg und Töten, für Raketenabwehrsysteme und für Drohnentechnik werben. Der bisherige Standort Köln hatte der ITEC eine Absage erteilt (siehe unten).

Aufschrei-Sprecher Paul Russmann von Ohne Rüstung Leben hat daher bereits mehrere Schreiben an Michael Föll (CDU), den Ersten Bürgermeister der Stadt Stuttgart gesendet. Der Beigeordnete der Landeshauptstadt für Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen gehört dem Aufsichtsrat der Landesmesse Stuttgart GmbH an.

Dass die Militär- und Waffentechnikmesse ITEC nach Stuttgart kommt, findet Föll "nicht grundsätzlich imageschädigend", wie er in einer Antwort an Paul Russmann schreibt. Mit ihrem breiten Ausstellungsangebot passe die ITEC sehr gut nach Baden-Württemberg, findet Föll. Er führt die "Stützpunkte der US-Army und der Bundeswehr" und das aktuell "vermehrte gesellschaftliche Interesse an Sicherheitsfragen" an.

Die Rüstungsschau beschäftigt sich im Wesentlichen mit Trainings- und Simulations-Software und wird von ihrem Platinsponsor Rheinmetall als die führende Veranstaltung zu diesen Themen in Europa bezeichnet,erklärt ORL.

"Steht eine Messe, auf der das Töten von Menschen im Krieg simuliert wird und zu befürchten ist, dass die entsprechende Software an kriegführende Regime verkauft wird, nicht im Widerspruch zu den Intentionen von Stadt und Land?", fragt Ohne Rüstung Leben. Anlässlich der Aufsichtsratssitzung der Landesmesse Stuttgart am 12. Juli 2017 fordert Ohne Rüstung Leben, den Vertrag mit dem Veranstalter der ITEC zu kündigen.

Protest zahlt sich aus: Absage für Militär- & Rüstungsmesse ITEC 2018 in Köln

Die DFG-VK-Gruppe Köln weist darauf hin, dass die Köln-Messe den Veranstaltern der Militär- und Waffentechnik-Messe ITEC für das Jahr 2018 eine Absage erteilt hat. Das berichte der Kölner Stadtanzeiger in seiner Printausgabe vom 30.11.2016.

Diese Absage ist auch ein großer Erfolg all jener, die bei der letzten ITEC in Köln im Jahr 2014 die zahlreichen bunten und kreativen Protestaktionen gegen die Messe organisiert, koordiniert und daran teilgenommen haben.

Krieg beginnt hier! Aktionen gegen die Militär- & Rüstungsmesse ITEC

Vom 20. bis 22. Mai fand in Köln die 25. internationale Militär- und Rüstungsmesse ITEC statt. Aus diesem Grund gab es in der Domstadt in dieser Zeit vielfältige Protestaktionen.

Messetermine 2018

  • ILA 25. bis 29. April, Berlin
  • ITEC 15. bis 17. Mai, Stuttgart
  • EUROSATORY 11. bis 15. Juni, Paris
  • MSPO voraussichtlich September, Kielce
  • Airtec 23. bis 25. Oktober, München