Startseite
  Suche 

 

Mitmachen

Appell für ein Rüstungsexportkontrollgesetz. Machen Sie mit mehr

Materialien:

Kampagnenflyer

Das Kampagnenfaltblatt zum Verteilen oder Auslegen an Infoständen mehr

Bücher:

Titelblatt von Grässlin, Harrich und Harrich-Zandberg: Netzwerk des Todes

Netzwerk des Todes - Das Enthüllungsbuch zum TV-Ereignis „Tödliche Exporte“ mehr

Bücher:

Schwarzbuch Waffenhandel - Wie Deutschland am Krieg verdient mehr.

Silly: Vaterland

Mit dem Song "Vaterland" möchte die Band Silly zum Nachdenken über Rüstungsexporte anregen.

© meinhardt.info

Kritische AktionärInnen MTU Aero Engines

MTU Aero Engines machte eigenen Angaben zufolge 2016 zehn Prozent und 2017 acht Prozent seines Gesamtumsatzes im Militärbereich. MTU stellt unter anderem Motoren und Turbinen, zum Beispiel für Kampfflugzeuge wie Tornado oder Eurofighter, her. Die Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre kritisieren bei den Hauptversammlungen diese Rüstungsexporte, sie weisen darauf hin, dass MTU-Technik beispielsweise im Jemenkrieg im Einsatz ist und fordern Rüstungskonversion.

Hauptversammlung 2021

Am 21. April wurde die diesjährige Hauptversammlung der MTU Aero Engines AG abgehalten. Obwohl sie nur im virtuellen Rahmen stattfand, hat der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre wieder zahlreiche Fragen an den Vorstand gestellt. Dabei ging es um die Dividendenpolitik, um Spenden/Sponsering, den Klimaschutz und um Rüstungsexporte allgemein sowie insbesondere zum Thema Eurofighter.

In ihren Gegenanträgen kritisierten sie neben den Dividendenzahlungen trotz Stellenabbaus und Kurzarbeit auch Rüstungsexporte in Krisengebiete. Sie wiesen unter anderem darauf hin, dass MTU nicht nur Antriebe für die Eurofighter liefere, sondern auch Komponenten für Kampfflugzeuge wie die F-16-Jets von Lockheed Martin oder die F-15-Jets und die F-18-Super-Hornets von Boeing.

Diese Flugzeuge würden erwiesenermaßen auch in Länder exportiert, die Demokratie und Menschenrechte außer Acht ließen und in Kriege verstrickt seien, erklären die Kritischen Aktionäre. So würden demnächst die ersten bestellten Eurofighter nach Kuwait geliefert, in den nächsten Jahren würden Super Hornets folgen. Kuwait habe sich aber mit mindestens 3.000 Flügen am Jemenkrieg beteiligt. Parallel arbeitet MTU den Kritischen Aktionären zufolge daran, dass ein aktuell auf Eis liegender Auftrag zur Lieferung von 48 weiteren Kampfflugzeugen von Großbritannien aus nach Saudi-Arabien umgesetzt werden könne. Das, so die Kritischen Aktionäre, sei mit dem eigenen MTU-Anspruch einer „verantwortungsvollen Außenwirtschaft“ unvereinbar.

Sie beantragten daher, den Mitgliedern des Vorstands die Entlastung zu verweigern und die von der Verwaltung vorgeschlagene Verwendung des Bilanzgewinns abzulehnen.

Hauptversammlung 2019

Die diesjährigen MTU-Hauptversammlung fand am 11. April statt. Barbara Happe von urgewald und den Kritischen Aktionären kritisierte in ihrer Rede insbesondere die Zulieferungen von militärischen Antrieben und Komponenten für Kampfjets, wie den Eurofighter, die F-16-Jets von Lockheed Martin oder die F-15-Jets von Boeing. All das seien Kampfflugzeuge, die erwiesenermaßen auch in Länder exportiert werden, die Demokratie und Menschenrechte außer Acht lassen und in Kriege verstrickt sind. Auch MTU habe sich in den letzten Jahren mitschuldig am Töten im Jemen gemacht, indem sie weiter für Kampfjets zuliefert, die an die Kriegskoalitionäre im Jemen gehen, so Happe. In diesem Zusammenhang fragte sie auch nach, welche Konsequenzen der Rüstungsexportstopp nach Saudi-Arabien für das Unternehmen hat und forderte ein Ende der Rüstungsexporte in den Nahen Osten.

In ihrem Gegenantrag forderten die Kritischen Aktionäre, dem Vorstand die Entlastung zu verweigern, weil er seinen menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten nicht ausreichend nachkommt und seiner Verantwortung nicht gerecht wird, einen Beitrag zu der Nachhaltigkeitsagenda der Vereinten Nationen zu leisten.

Hauptversammlung 2018

Bei der Hauptversammlung von MTU Aero Engines am 11. April 2018 in München kritisierten Urgewald und der Dachverband der Kritischen Aktionäre die Rüstungsexporte von MTU.  "Alle verstecken sich hinter der Politik: Wenn diese die Exporte erlaubt, ist scheinbar alles unbedenklich. Hinter den Türen wird kräftig lobbyiert, damit die Politik bloß nicht Exportbeschränkungen auferlegt. Doch nur weil  die  Rüstungsexportrichtlinien zu schwach sind, ist nicht alles, was legal ist, auch legitim. Kriege aufzurüsten und menschenrechtsverletzende Staaten mit Rüstung zu beliefern, überschreitet absolut jegliche rote Linie!", sagte Kathrin Petz in ihrer Rede.

Hauptversamlung 2017

Christian Russau vom Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre forderte auf der Jahreshauptversammlung der MTU AERO ENGINES am 4. Mai 2017 in München den Ausstieg des Unternehmens aus der Rüstungsindustrie - sprich Konversion: „Es ist wie immer, wenn jemand abhängig ist: Der Süchtige selbst erkennt seine Sucht nicht als solche, verharmlost sie, spielt sie runter, leugnet sie. Ich habe aber auch gute Nachrichten: Noch sind Sie kein pathologischer Fall. 10% Umsatzabhängigkeit im Rüstungsbereich ist keine komplett unheilbare Abhängigkeit: Konversion ist machbar.“