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© meinhardt.info

Pressemitteilung der Kritischen AktionärInnen Daimler Nr. 5/2014

6. April 2014

Trotz guter Zahlen: Daimler-Aktionäre verweigern am Mittwoch Dieter Zetsche die Entlastung wegen Verbrauchertäuschung bei S-Klasse-Werbung,  Billiglöhnen bei Werkverträgen und dem ungebremsten Export von Mercedes-Militärfahrzeugen.

Stuttgart/Köln/Freiburg – „Trotz guter Auftragslage und einer hohen Dividende“ will der Verband der Kritischen Daimler AktionärInnen (KAD) anlässlich der Hauptversammlung des Automobilkonzerns am Mittwoch, den 9. April 2014, in Berlin „Vorstand und Aufsichtsrat nicht entlasten“, erklärte KAD-Sprecher Paul Russmann: „Wer, wie Daimler-Chef Zetsche, ethisches Handeln zum Maßstab erklärt, darf weder die Verbraucher bei der Werbung für die S-Klasse täuschen noch mit Leiharbeit und Werksverträge die Zweiklassengesellschaft zementieren oder gar weiterhin Mercedes-Militärfahrzeuge in Krisen- und Kriegsgebiete liefern.“ Der KAD hat sieben Gegenanträge gestellt.

KAD-Sprecher Holger Rothbauer kritisiert „eine im Jahr 2013 bestandene Verbrauchertäuschung im Rahmen der Markteinführung der neuen S-Klasse“. Laut Rothbauer „bewarb die Daimler AG in zahlreichen bundesweit und regional vertriebenen Zeitungen und Zeitschriften das Premiumprodukt mit fehlerhaften Angaben zu Kraftstoffverbrauch, Energieeffizienz und CO2-Emissionen.“ Zugleich fordert Rothbauer „den sofortigen Ausstieg aus dem umweltfeindlichen Formel-1-Zirkus.“

KAD-Sprecherin Beate Winkler-Pedernera wirft dem Daimler-Vorstand vor, „trotz hoher Gewinne Arbeit weiterhin verstärkt fremd zu vergeben. Leiharbeit und insbesondere Werkverträge führen zu Billiglöhnen beim Premiumhersteller Daimler“. Winkler-Pedernera fordert ein „Zurück zu Festanstellungen und damit gleichen Bedingungen für gleiche Arbeit“. Darüber hinaus verlangt die KAD-Sprecherin „flächendeckend in allen Werken für Frauen sichere Parkzonen zu schaffen“. Denn die Erfahrung zeige „dass schalldichte Treppenhäuser und entlegene Parkplätze eine unnötige Bedrohung für Frauen darstellen.“

„Daimler-Chef Zetsche soll den ungebremsten Export von Mercedes-Militärfahrzeugen und Actros-Panzertransporten in Krisen-und Kriegsgebiete sofort stoppen“, verlangt KAD-Sprecher Jürgen Grässlin. „Solange Menschen vor Panzern fliehen müssen, die – wie im Libyen-Krieg – auf Daimler-Transportern ins Kriegsgebiet transportiert werden, geraten die Menschenrechte in der arabischen Welt unter die Räder der Mercedes-Militärfahrzeuge. In diesem Sinne haben die im Grunde lobenswerten Benefizkonzerte der Daimler-Big-Band und des Daimler-Symphonieorchesters zugunsten von Kriegsflüchtlingen einen bitteren Beigeschmack.“

Als Sprecher der ‚Kampagne Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!’ fordert Grässlin den Daimler-Vorstand auf: „Bleiben Sie nicht auf halbem Weg stehen. Nach dem von uns geforderten und jetzt vollzogenen Ausstieg aus den Daimler-Rüstungsschmieden EADS und Tognum/Rolls-Royce-Power-Systems muss jetzt bei Mercedes Military vollständig auf zivile Fahrzeugproduktion umgestellt werden.“

Interviews vor und während der Hauptversammlung: Paul Russmann, KAD-Pressesprecher, mobil: 0176-28044523 oder 0711-608396, Jürgen Grässlin, mobil: 0170-6113759; Beate Winkler-Pedernera, mobil: 0176-26332676; Holger Rothbauer mobil: 0173 6577693

Gegenanträge auf www.kritischeaktionaere.de

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