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Silly: Vaterland

Mit dem Song "Vaterland" möchte die Band Silly zum Nachdenken über Rüstungsexporte anregen.

© meinhardt.info

Streiflicht zur Veranstaltung „Wer Waffen sät, erntet Flüchtlinge“

Ein Beitrag von Ortrud Nowak, Berlin

Ausverkaufter Saal in der Urania und anhaltender Andrang auf die Tickets bei 280 Plätzen: Das Thema stach ins Wespennest aufmerksamer BürgerInnen, die aufgrund derzeitiger politischer Streitereien der Regierungsparteien sich Gedanken machen über die wirklichen Ursachen und Zusammenhänge von derzeit 60 Millionen zur Flucht gezwungenen Menschen.

Ein breites Bündnis von Friedens- und Hilfsorganisationen wie „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ mit Christine Hoffmann, „Ärzte der Welt“ mit Prof. Heinz-Jochen Zenker, „Legt den Leo an die Kette“ mit Prof. Peter Grottian, BITS mit Geschäftsführer Otfried Nassauer und anderen mehr diskutierte unter anderem mit Christian Ströbele, Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Ute Finckh-Krämer, SPD, dem evangelischen Flüchtlingspfarrer Bernhard Fricke aus Potsdam, auch mit Flüchtlingsvertretern aus Syrien und Nigeria, über die Unfähigkeit der deutschen Regierung, endlich einen mutigen politischen Alleingang zu wagen im Blick auf einen Abbruch der militärischen Rüstungs- und Gewaltspirale in vielen Ländern sowie der Waffenexporte.

Anstelle Milliarden Euro für eine neue Auf- und Ausrüstung der Bundeswehr für militärische Aktionen zu fordern, sollten mehr Gelder für die unzähligen Hungernden und Kriegsverletzten in Syrien und anderen Ländern zur Verfügung gestellt sowie ein konsequentes Konzept der zivilen Konfliktbearbeitung verfolgt werden.

Die Unterstützung gewalttätiger Diktaturen wie Saudi-Arabien mit Rüstungsgütern durch die Bundesregierung einerseits und die Appelle zur Einhaltung von Menschenrechten andererseits, mit gleichzeitigem Ignorieren von Armut und Ausbeutung von Millionen Menschen in den Herkunftsländern der Geflohenen, wurde vor einem hoch interessierten Publikum angeprangert.

Ein Flüchtling und Friedensaktivist aus Nigeria erklärte unter viel Applaus: „Wir sind hier, weil europäische Politik die Fluchtursachen wie Bewaffnung und Umweltzerstörung selbst mitgeschaffen hat.“ Ein syrischer Teilnehmer bewirkte große Betroffenheit und Solidarität, als er fragte: „Warum sorgen Flugzeuge aus der ganzen Welt am Himmel über Syrien zwar für einen Verkehrsstau beim Abwurf von Bomben, aber nicht ein Flugzeug wirft Nahrungsmittel und Medikamente herunter für die hungernden und schwer verletzten syrischen Menschen? Das verstehe ich nicht.“

Diese humanitäre Katastrophe wird durch eine wieder angefachte zynische West-Ost-Politik - nicht nur in Syrien - auf dem Rücken der Bevölkerungen ausgetragen und schreit um Veränderung. Deutschland sollte sich mit seiner über 100-jährigen fatalen Kriegsgeschichte zum Umdenken bewegen lassen, denn mit deutschen Waffen kämpft inzwischen nicht nur der IS, es werden damit auch durch saudi-arabische Soldaten im Jemenkrieg neue Flüchtlinge geschaffen. Vernünftige politische Entscheidungen seien deshalb die erfreuliche Forderung der Berliner Friedensbewegung, so Flüchtlingspfarrer Fricke, aber auch die starke Erwartung der vielen engagierten MitarbeiterInnen der großartigen deutschen Willkommenskultur für Flüchtlinge.

Der Audio-Mitschnitt der Veranstaltung ist zu finden unter:

Urania Berlin - Reihe Frieden: Rüstungsexport und Waffenhandel

Copyright: Urania Berlin e.V.