Außerdem protestierte ein Aktionsbündnis, bestehend aus den Kritischen Aktionären, Ohne Rüstung Leben, Attac und der Bürgerbewegung Finanzwende, am selben Tag sowohl vor dem „Mercedes-Benz Global Training Center“ in Stuttgart-Vaihingen als auch vor der Daimler-Niederlassung am Potsdamer Platz in Berlin.
Die Kritiker wiesen unter anderem darauf hin, dass die Daimler AG trotz der empfangenen Staatshilfen aufgrund der Coronapandemie die Dividenden erhöht habe, dass der Konzern immer noch eine vollständige Aufarbeitung des Dieselabgasskandals ablehne und die Mobilitätswende nicht nur verschlafen habe, sondern auch behindere. Außerdem kritisierten sie die fehlende Transparenz bei den Exporten von Militärfahrzeugen:
„Der Militärfahrzeug-Export darf nicht einfach so unter den Teppich gekehrt werden! Der Konzern muss wieder eine kritische Bewertung der Exportpraxis von Daimler-Militärfahrzeugen ermöglichen und sicherstellen, dass Militärfahrzeug-Exporte an kriegführende und menschenrechtsverletzende Staaten umgehend gestoppt werden“, erklärte Aufschrei-Sprecherin Charlotte Kehne von Ohne Rüstung Leben. Auf Anfrage von Ohne Rüstung Leben und des Dachverbands habe der Konzern in den vergangenen Jahren stets Empfängerländer aufgelistet. Daraus habe sich ergeben, dass Daimler-Militärfahrzeuge immer wieder auch in Länder geliefert wurden, die in Kriege involviert seien, in Krisenregionen liegen und in denen Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Im Jahr 2020 hieß es jedoch: „Zu den einzelnen Empfängern … nehmen wir grundsätzlich keine Stellung.“
In einem ihrer Gegenanträge forderten die Kritischen Aktionäre daher, dass der Aufsichtsrat darauf hinwirkt, dass eine kritische Bewertung der Exportpraxis von Daimler-Militärfahrzeugen seitens des Konzerns wieder ermöglicht wird, und sicherstellt, dass Militärfahrzeug-Exporte an kriegführende und menschenrechtsverletzende Staaten umgehend gestoppt werden.