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Greenpeace: Kampfdrohnen mit deutschen Sensoren in Krisengebieten

Wie Greenpeace berichtet, sind Sensorensysteme des deutschen Rüstungsherstellers Hensoldt in türkischen Drohnen (Typ Bayraktar TB2) verbaut. Diese Drohnen werden laut Greenpeace weltweit in Krisenregionen eingesetzt.

Das belege eine Greenpeace-Recherche. Demnach hätten Auswertungen von Dokumenten sowie von Bild- und Videomaterial gezeigt, dass das autoritäre Regime in Turkmenistan mit den türkischen Drohnen und dem darin verbauten deutschen Sensorensystem vom Typ Argos II ausgestattet sei. Dieses Sensorensystem werde von Hensoldt Optronics Pty, einem 70-prozentigen Tochterunternehmen der deutschen Hensoldt AG, in Südafrika produziert und von dort an die Türkei geliefert. Neben Turkmenistan gebe es derzeit laut türkischen Herstellerangaben noch eine ganze Reihe anderer ernsthafter Interessenten und Abnehmer, darunter weitere autoritäre Staaten, so Greenpeace.

Greenpeace fordert daher von der neuen Bundesregierung ein Verbot von Rüstungsexporten in Länder außerhalb von EU und Nato sowie in Länder, die Menschenrechte systematisch verletzen. Darunter falle auch ein Rüstungsexportverbot von Tochterfirmen deutscher Rüstungskonzerne in Krisen- und Kriegsgebiete. „Das im Koalitionsvertrag angekündigte Rüstungsexportkontrollgesetz müsse nicht nur schnell kommen, sondern es müsse so scharf und präzise sein, dass derartige Praktiken künftig ausgeschlossen sind”, erklärte Greenpeace-Abrüstungsexperte Alexander Lurz.